Diagnose

Leider gibt es bis heute keine einfachen zuverlässigen Tests, die Diagnose -Bauchspeicheldrüsenkrebs- zu stellen Oftmals ist das Erkennen ein Zufallsbefund. Oftmals kommt dieser Befund auch zu spät, denn wie bei vielen Tumorarten ist ein frühzeitiges Erkennen überaus wichtig für eine erfolgreiche Behandlung.

Wie war es bei mir ?

Begonnen hat alles im Januar 2017. An einem Morgen stellte ich fest, dass ich fast teerschwarzen Stuhl abgegeben habe. Da ich mir das nicht erklären konnte, meldete ich mich unverzüglich bei einem Internisten und vereinbarte einen Termin für eine Magenspiegelung. Zusätzlich- und das möchte ich noch erwähnen- litt ich seit einiger Zeit an Magen- bzw. Bauchscherzen. Unregelmäßig und nur leicht. Es drückte ab und zu mal genau an der Stelle, wo man eben schlechte Laune bekommt. Ihre kennt das bestimmt. Außerdem klagte ich seit geraumer Zeit an Rückenschmerzen. Mit einem CD-Scan stellten die Ärzte einen Bandscheibenvorfall fest. Daher bekam ich einige Injektionen in den Rücken verordnet.

Die Magenspiegelung erbrachte kein besonderes Ergebnis. Auf jeden Fall wurde mit der Spiegelung keine Ursache gefunden, die die Magen- bzw. Bauchschmerzen erklären könnten.

Als nächstes wurde ein CT des Oberbauches verordnet. Bei diesem wurde auch nichts besonderes festgestellt. Ein zweites CT wurde dann mit Kontrastmittel durchgeführt. Bei diesen Aufnahmen wurde dann ein kleiner Fleck auf der Leber festgestellt, welcher als „metastasensuspekt“ bezeichnet wurde. Bei einem dritten CT- wieder mit Kontrastmittel aber mit einer etwas anderen Technik- wurde dieser Fleck noch einmal genau unter die Lupe genommen. Bei der Auswertung sagte mir der Radiologe, dass er nicht sagen kann, was dieser Fleck bedeutet. Seine Aussage: bei der Kontrastmittelaufnahme verhält sich der Fleck wie ein Hämangiom (kleiner harmloser Blutschwamm) und bei der Kontrastmittelabgabe verhält er sich wie eine Metastase. Also wieder nichts konkretes, aber immerhin bestand noch die Chance, dass es KEINE Metastase ist.

Der nächste Schritt war die stationäre Einweisung in die städtische Klinik. Hier wurde ein Endosonogramm durchgeführt. Dabei wird ein Schlauch mit einem Schallkopf an der Spitze in den Magen eingeführt. So ist der Schallkopf näher an den inneren Organen und kann genauere Bilder liefern. Die ganze Sache ist nicht weiter schlimm. Man wird für eine viertel Stunde in den „Märchenwald“ geschickt und bekommt von der ganzen Sache nichts mit. Ergebnis: Neben ein paar (für mich unwichtigen Dingen) stand auf dem Befund: Das Pankreas ist homogen und unauffällig. SUPER !!! Zumindest gibt es keine Probleme mit der Bauchspeicheldrüse.

Endosonografie, Endosonogramm
Endosonografie Quelle: www.Charite.de

Um endlich Klarheit zu bekommen wurde nun eine Biopsie des „Fleckes“ auf der Leber durchgeführt. Trotz örtlicher Betäubung gibt es angenehmere Untersuchungen, aber es ist auszuhalten. Der Chefarzt höchstpersönlich nahm die Biopsie vor und konnte 3 Stanzproben aus der Leber entnehmen. Nun hieß es warten, bis der histologische Befundvorlag.

Ich glaube, 2 Tage später rief mich der Chefarzt in sein Dienstzimmer und teilte mir in kurzen und klaren Worten mit, dass die histologische Untersuchung ergeben hat, dass es sich bei dem „Fleck“ um eine Metastase handelt, welche eine Tochtergeschwulst aus einem Pankreastumor ist. Punkt. Der Himmel scheint über einen zusammenzubrechen. Ein Gefühl, dass man einfach nicht beschreiben kann. Es gehen einem 1000 Fragen durch den Kopf….. wie geht es weiter, wielange habe ich noch zu leben, was muss ich noch klären, wann und wie sage ich es meinen Angehörigen usw………

Eine anschließende Blutuntersuchung, bei welcher auch der Tumormarker CA 19-9 bestimmt wurde, erbrachte einen Wert von 975. Der Referenzwert, also der Wert im Normalbereich, sollte kleiner als 35 sein. Dabei möchte ich erwähnen, dass ein erhöhter CA 19-9 Wert zwar nicht zwingend auf einen Tumor des Pankreas hinweist- aber bei den vorangegangenen Untersuchungsergebnissen passte der stark erhöhte Wert genau dazu.

Nun stand es fest !!! Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs. Ein Alptraum. Das gesamte Diagnoseprocedere dauerte insgesamt fast ein dreiviertel Jahr. Zeit, die verloren gegangen ist für eine früher beginnende Behandlung .

Zusammenfassung:

Leider hat sich auch bei mir gezeigt, dass es KEINE spezifischen Beschwerden gibt, die auf die Diagnose -Bauchspeicheldrüsenkrebs- hinweisen. Es gibt viele Betroffene, die unter Bauchschmerzen, Rückenschmerzen usw. leiden. Oftmals werden diese Beschwerden symptomatisch behandelt und verschwinden zeitweise auch wieder. Auch sollte man auf sein Körpergewicht achten. Ein plötzlicher Gewichtsverlust sollte als lautes Alarmzeichen wahrgenommen werden !!!

Und was den Teerstuhl betrifft….. der hatte in meinem Fall nichts mit dem Tumor zu tun. Es war das Ergebnis des vorangegangenen Abendessens- Flecke süß-sauer. Sie waren die Ursache des Teerstuhles und haben einen kleinen Anteil daran, dass ich heute noch lebe.

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