Krebs und Corona

Quelle: https://www.krebsinformationsdienst.de/

Allgemeine Informationen und erste Impfempfehlungen der Fachgesellschaften
9. Februar 2021
Seit Dezember 2020 sind in Deutschland erste COVID-19-Impfstoffe zugelassen. Wo Fachpersonal verlässliches Hintergrundwissen und erste Impfempfehlungen für Krebspatienten findet, hat krebsinformationsdienst.med zusammengestellt.

Seit einem Jahr hält das Coronavirus Menschen weltweit in Atem. Inzwischen sind erste Impfstoffe zugelassen. Sie können vor COVID-19 schützen, der Erkrankung durch das Coronavirus. Wissenschaftliche Daten zur Impfung von Krebspatienten liegen bislang kaum vor und viele Fragen dazu sind noch offen. Es stehen jedoch aktuelle allgemeine Informationen zur COVID-19-Impfung zur Verfügung, die Ärzte und Fachpersonal bei der Beratung und Betreuung von Patientinnen und Patienten nutzen können. Darüber hinaus hat die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) erste Empfehlungen für eine Coronaimpfung bei Tumorpatienten erarbeitet.

Regelungen und Empfehlungen zur Impfpriorisierung
Derzeit werden in Deutschland verschiedene Personengruppen mit unterschiedlicher Priorität geimpft. Das stufenweise Vorgehen ist notwendig, weil zunächst nicht ausreichend Impfstoff zu Verfügung steht, um alle Menschen zu impfen, die das wünschen.

Geregelt wird die Priorisierung durch eine Rechtsverordnung (PDF) des Bundesgesundheitsministeriums. Die Verordnung liegt in zweiter Fassung vor und ist seit dem 8.2.2021 gültig.
Auf der Webseite der Bundesregierung finden sich Informationen zum aktuellen Zugang und zu der Verteilung des Corona-Impfstoffs in Deutschland.
Die praktische Umsetzung der Priorisierung und die Vergabe der Impftermine wird länderspezifisch geregelt. Erste Informationen finden sich auf den entsprechenden Seiten der Landesregierungen.
Die Rechtsverordnung sieht 3 Gruppen vor, die mit „höchster“ (Gruppe 1), „hoher“ (Gruppe 2) und „erhöhter“ (Gruppe 3) Priorität geimpft werden. Krebspatientinnen und Krebspatienten gehören je nach Erkrankungssituation in Gruppe 2 oder in Gruppe 3. Es sei denn, sie fallen aus anderen Gründen in Gruppe 1, beispielsweise wegen ihres Alters.

Ärztliches Attest: Personen mit Vorerkrankungen benötigen gegebenenfalls ein ärztliches Zeugnis zur Vorlage im Impfzentrum.

Wann dies nach der Impfverordnung der Fall ist und wie solch ein Attest aussehen sollte, hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in ihren Praxisnachrichten Atteste für Patienten mit Vorerkrankungen zusammengestellt.
Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) bietet auf ihrer Homepage ein entsprechendes Attest zur Bescheinigung der hohen Priorität an, das Ärztinnen und Ärzte für Krebspatienten der Gruppe 2 zur Vorlage beim Impfzentrum nutzen können.
Impfstoff je nach Alter: Für Impfstoffe, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) ausschließlich für Erwachsene bis zu einem Alter von 64 Jahren empfohlen werden, gilt: Personen zwischen 18 und 64 Jahren sollen vorrangig mit diesen Impfstoffen versorgt werden.

Empfehlungen zur Impfung von Krebspatienten
Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) hat >Empfehlungen zur COVID-19-Schutzimpfung bei Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen (PDF) herausgegeben. Die aktuelle Fassung stammt vom 7.1.2021. Die Experten der DGHO weisen darauf hin, dass neue Erkenntnisse kurzfristig auch zu Modifikationen der aktuellen Empfehlungen führen können. Wichtige allgemeine Punkte der Stellungnahme:

Weder eine Krebserkrankung noch eine systemische Krebstherapie stellen eine Kontraindikation gegen eine der bislang zugelassenen Schutzimpfungen dar.
Ganz allgemein kann die Wirksamkeit der Impfung bei immungeschwächten Krebspatienten eingeschränkt sein.
Bei der Entscheidung, ob eine COVID-19-Impfung durchgeführt werden soll, gelten die allgemeinen Grundsätze des „Shared Decision Making“ zwischen Arzt und Patient. Die individuelle Risikosituation des Patienten muss dabei immer berücksichtigt werden.
Darüber hinaus stellt die DGHO weitere Informationen zu SARS-CoV-2 zur Verfügung: So eine Leitlinie zu COVID-19 bei Krebspatienten. Sie enthält evidenzbasierte Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft Infektionen in der Hämatologie und Onkologie (AGIHO) zu Diagnostik, Vorbeugung einschließlich Schutzimpfung, Therapie sowie eine kurze Zusammenfassung der Empfehlungen zu einzelnen Krankheitsbildern der Hämatologie und Onkologie.

Informationsmaterial zur Weitergabe an Patienten
Krebsinformationsdienst: Auf den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes findet sich Wissenswertes zu Corona und Krebs für Krebspatienten und ihre Angehörigen.
RKI: Auf der Homepage des Robert Koch-Instituts (RKI) gibt es Informationen zu praktischen Fragen rund um SARS-CoV-2-Impfungen, die laufend aktualisiert werden: COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ).
DGHO: Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) hat einen Faktencheck SARS-CoV-2 für Krebspatient*innen (PDF) zusammengestellt.
BMG/BzGA: Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben auf der Informationsplattform Zusammen gegen Corona Fakten rund um die Coronaimpfung zusammengestellt. Hier findet sich auch ein Leitfaden für Patient*innen und Bürger*innen zur Corona-Schutzimpfung (PDF).
Auklärungsmerkblatt und Einwilligungsbögen: Im Download-Center der Informationsplattform „Zusammen gegen Corona“ findet sich ein Aufklärungsmerkblatt und ein Einwilligungsbogen für mRNA-Impfstoffe. Das Robert Koch-Institut bietet unter seinen Materialien zum Impfen das entsprechende Aufklärungsmerkblatt sowie einen Anamnese- und Einwilligungsbogen zur COVID-19-Impfung mit Vektor-Impfstoff. Diese Materialien wurden vom Deutschen Grünen Kreuz e.V. in Kooperation mit dem Robert Koch-Institut erstellt und sind urheberrechtlich geschützt.
Die Stiftung Warentest bietet auf ihrer Hompage ebenfalls verständliche Informationen zur COVID-19-Impfung: Impfungen gegen Corona – Das müssen Sie jetzt wissen.